Zukunftsjobs in der Elementarpädagogik

KindergartenpädagogInnen sind nicht nur aktuell sehr begehrt. Schließlich gestalten sie in der Arbeit die Zukunft unserer Kinder mit. Warum dieser Beruf immer gefragt sein wird und wie die Ausbildung der Elementarpädagogik aussieht, besprachen wir mit Mag.a Bettina Wachter von der Plattform EduCare.

Welche Brisanz hat das Thema Elementarpädagogik derzeit in Österreich?

Das Thema nimmt in den letzten Jahren an Bedeutung und Brisanz zu! Wir haben mittlerweile das wissenschaftlich fundierte Wissen darüber, dass Bildung im Kindergarten den Grundbaustein für die spätere Bildungsbiographie eines Kindes legt. Damit wird auch verstärkt über die Aus- und Weiterbildung von KindergartenpädagogInnen diskutiert. Gerade im Weiterbildungsbereich gab es einige Neuerungen. Es gibt inzwischen z.B. an den pädagogischen Hochschulen einen Bachelorstudiengang und am FH Campus in Wien ein Bachelorstudium für Leitungen. Daneben wurden die Lehrpläne der Bundesbildungsanstalten für Elementarpädagogik verändert und damit die Grundausbildung für KindergartenpädagogInnen adaptiert und aktualisiert. Fakt ist, dass KindergartenpädagogInnen sehr gefragt sind, aktuell gibt es nicht genügend PädagogInnen, die in den Beruf einsteigen.

Mag.a Bettina Wachter ist Sprecherin der Plattform EduCare

Wie wird sich das Thema „Arbeit im elementarpädagogischen Bereich“ in den nächsten Jahren entwickeln?

Die Plattform EduCare versucht das Thema Aus- und Weiterbildung von PädagogInnen und generell die Bedeutung von Bildung und Betreuung von Kindern im Alter von 0 bis 6 Jahren stets in den Mittelpunkt zu rücken. Ich denke, dass dieses Thema in den kommenden Jahren noch wichtiger wird, denn schließlich beginnt in diesem Alter die Bildung eines Menschen. Dort wird der Grundstein gelegt und zahlreiche wesentliche Kompetenzen für die spätere „Laufbahn“ vermittelt – darin sind sich alle Expertinnen und Experten einig.

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Wie kann man die jüngere Generation für das Thema Elementarpädagogik begeistern?

Der Beruf selber begeistert schon viele Menschen. In welchem anderen Beruf kann ich Menschen in ihren individuellen Interessen, Begabungen und Bedürfnissen unterstützen und damit jeden Tag Zukunft gestalten?

Zusätzlich bietet der Beruf auch in den nächsten Jahren einen gesicherten Arbeitsplatz. KindergartenpädagogInnen wird es immer brauchen und die Nachfrage aktuell ist sehr hoch. Daneben ist es vielen jungen Menschen ein Anliegen, die Zukunft von Kindern und damit auch unsere Gesellschaft in der Gegenwart und Zukunft mitzugestalten.

Es gibt aber auch Personen, die sich beruflich umorientieren und sozusagen einen zweiten Karrierepfad einschlagen wollen. Ist die Elementarpädagogik dafür offen?

Ja, absolut, diese Möglichkeit bieten die Kollegs. Es gibt viele Personen, die eine Berufsausbildung haben und nach mehreren Jahren im Beruf einen neuen Weg einschlagen wollen. Dies betrifft sowohl junge Menschen direkt nach der Matura, als auch Personen, die nach einigen oder auch vielen Jahren in einen anderen Beruf nun nach einem sinnstiftenden Inhalt in ihrem Leben suchen. Das Alter ist dabei nicht wesentlich. Gerade diese Zielgruppe entscheidet sich sehr bewusst für eine Karriere im Kindergarten und übt diesen Beruf dann oft mit sehr viel Engagement und Freude aus.

Welche Ausbildungsmöglichkeiten gibt es für diesen Personenkreis?

Es gibt das fünfsemestrige Abend-Kolleg, das berufsbegleitend ausbildet sowie das viersemestrige Tages-Kolleg für Vollzeit-Studien. Mit dem Abschluss dieser Ausbildung können Studierende in elementaren Bildungseinrichtungen wie Kindergärten, Kinderkrippen sowie Kindergruppen, Tageseltern und Freizeiteinrichtungen arbeiten.

Welche Voraussetzungen sollte ein zukünftiger Elementarpädagoge mitbringen?

Die Grundvoraussetzung ist die Freude an der Arbeit mit Kindern. Daneben sollte man sozial- emotionale und kommunikative Kompetenzen mitbringen. Denn sie oder er sollte nicht nur mit Kindern in Beziehung treten, sondern auch Eltern bei der Entwicklung des Kindes fachlich unterstützen. KindergartenpädagogInnen werden immer öfter zu BeraterInnen in Erziehungsfragen. Eine fundierte fachliche Expertise, die an aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen anknüpft, ist von großer Bedeutung. Ebenso ist entwicklungspsychologisches Know-How essentiell.

Was sind die wichtigsten Kenntnisse, die man sich in der Ausbildung aneignet?

In der Ausbildung wird das Bild vom Kind, nach dem bundesländerübergreifenden BildungsRahmenPlan, vermittelt. Damit wird die Grundhaltung dem Kind gegenüber zum Thema gemacht. Auch das Selbstverständnis, wie man als PädagogIn ein professionelles Bild vorleben kann, wird gelehrt. Daneben wird natürlich viel pädagogisches und methodisch- didaktisches Wissen vermittelt, z.B. Entwicklungspsychologie, Erziehungsstile oder das Spiel als Lernform des Kindes und vieles mehr.

Sehr wichtig ist auch, dass alle Studierenden und SchülerInnen sich nicht nur die Theorie aneignen, sondern diese auch in der Praxis anzuwenden lernen. Das heißt, dass die Auszubildenden laufend im Kindergarten mitarbeiten und dort wichtige Erfahrung sammeln. Das ist für unseren Beruf unabdingbar, dass man ständig mit der Praxis in Berührung kommt und im Feld mit Kindern interagiert und damit Theorie und Praxis in Verbindung bringen kann.

Wo kann man Elementarpädagogik in Österreich studieren?

Es gibt derzeit zwei Möglichkeiten in Wien, die Ausbildung zur Kindergartenpädagogin oder zum Kindergartenpädagogen zu absolvieren. Einerseits ist einen Ausbildung ab dem 14. Lebensjahr für junge InteressentInnen möglich. Dabei dauert die Grundausbildung an einer Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik (kurz BAfEP) fünf Jahre. Einen anderen Weg stellt die Kollegausbildung dar.

In der 5-jährigen Ausbildung werden neben den berufsbildenden Fächern auch andere Schulfächer, die für die Zentralmatura wichtig sind unterrichtet. In den Kollegs konzentriert man sich auf die Berufsausbildung, da die Reifeprüfung ja schon erbracht wurde.

Wie gut sind die Ausbildungsstandards in Österreich?

Die Ausbildungen sind auf einem hohen Niveau. Aufgrund der langen Tradition gibt es an den Bildungsanstalten wichtige Erfahrungswerte, die den hohen Standard und vor allem die Verbindung zwischen Theorie und Praxis sicherstellen. Im EU-Vergleich hinkt Österreich allerdings hinterher, was die Ausbildung auf Hochschulniveau betrifft. Es gibt ja seit längerem die Bestrebungen, die Elementarpädagogik auf einem tertiären Niveau, also an Hochschulen anzusiedeln. Hier wäre es wichtig weiter zu denken!

Was raten Sie Personen, die sich überlegen, Kindergartenpädagogen zu werden?

Der Beruf ist wirklich großartig, man gestaltet schließlich die Zukunft von Kindern entscheidend mit. Man kann jeden Tag mit vielen unterschiedlichen Kindern arbeiten und das ist sehr erfüllend. Auch die Ausbildung ist sehr vielseitig und abwechslungsreich. Sie bietet den Studierenden und SchülerInnen viele kreative und musische Fächer, als auch eine stark persönlichkeitsfördernden Fokus  – wir bilden hier schließlich Führungskräfte für Großgruppen aus.

SchülerInnen und Studierende können sich bei uns verwirklichen und werden, neben der Zentralmatura optimal auf den späteren Beruf vorbereitet!

Weitere Informationen zu EduCare: www.plattform-educare.org

Autor: Lukas Winter
Bilder: Adobe Stock | ZVG

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