2 015 startete die kleine Revolution in Österreichs Gesundheitswesen. Die elektronische Gesundheitsakte, kurz ELGA, ging an den Start. Seither werden Patientendaten digital gespeichert und einem behandelnden Arzt zur Verfügung gestellt. Doch wie sicher sind diese Informationen?

Mit der e-Card war der erste Schritt in Richtung zukunftsfähiger Gesundheitsversorgung getan. Durch ELGA sollte in Österreich der Durchbruch zur modernen, einfachen und sicheren Patientenversorgung gelingen. Doch bereits vor dem Start 2015 wurden Stimmen laut, die sich nach dem Datenschutz fragten. 2018 ist ELGA österreichweit in Betrieb. Mit Jahresbeginn startete in Vorarlberg die e-Medikation. Die weiteren Bundesländer folgen.

Was speichert ELGA?

Die Gesundheitsakte soll behandelnden Ärzten, Spitälern, Gesundheitseinrichtungen und Apotheken wichtige Informationen digital verfügbar machen. Das heißt es werden Daten wie Entlassungsbriefe, Labor- oder Radiologiebefunde oder Medikation erfasst. In die eigene Akte kann man jederzeit Einsicht nehmen. Damit sieht man, welche Informationen dort gespeichert sind. Und man sieht, welche Ärztin, welcher Arzt wann auf die Daten zugegriffen hat. Auf der e-Card selber befinden sich keine Gesundheitsdaten. Die Karte ist aber zur Authentifizierung nötig.

e-card-Muster

Die e-Card muss zuerst in der Ordination oder im Spital gesteckt werden. Erst danach haben behandelnde Ärzte Zugriff auf Gesundheitsdaten.

Verbesserungen für Patienten

Das bringt viele Erleichterungen. Angefangen von Mehrfachuntersuchungen, die nun eingespart werden können, Befunde, die immer auffindbar sind oder eine Medikamentenliste, die vom Arzt oder der Apotheke eingesehen werden können um etwaige Wechselwirkungen zu verhindern. Die Patientensicherheit profitiert also von der elektronischen Gesundheitsakte. Wie sieht es aber mit der Datensicherheit aus?

Zugriff auf Daten

Die Patienteninformationen werden digital in einem eigenen Gesundheitsnetz gespeichert. Die Daten werden verschlüsselt, das heißt, nur wer einen passenden Schlüssel hat, kann diese Daten auch wieder abrufen. Und auch nur dort, wo eine Patientin oder ein Patient aktuell in Behandlung ist. Dazu muss bspw. die e-Card beim Arzt oder im Spittal gesteckt werden. Ärzte oder Behörden, die für staatliche Institutionen oder Versicherungen tätig sind, haben keinen Zugriff auf ELGA-Daten. Will man seine eigene Akte einsehen, muss man sich via Handysignatur oder Bürgerkarte anmelden. Dieser Identitätsnachweis soll einen Missbrauch verhindern.

Behandelnde Ärzte haben nach dem Stecken der Patienten-e-Card 28 Tage die Möglichkeit, die Informationen in der Gesundheitsakte zu lesen. Danach erlischt die Berechtigung automatisch. Wer nicht am Informationsaustausch seiner Gesundheitsdaten teilnehmen möchte, hat jederzeit die Möglichkeit, sich bei der ELGA-Widerspruchstelle abzumelden.

Autorin: Lisa Weber
Bilder: Fotolia | SVC


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