Was sind Ihre Zukunftsprojekte, Pamela Rendi-Wagner?

Wie wird sich Österreich in den nächsten Jahren entwickeln? Was sind die Strategien für eine erfolgreiche Zukunft? Diese Fragen stellen wir österreichischen Spitzenpolitikern. Sie sollten die 3 wichtigsten Projekte aus ihrer Sicht beschreiben. Das sind die „Top 3“ von Dr. Pamela Rendi-Wagner, Bundesparteivorsitzende und Klubobfrau der SPÖ.

Die SPÖ ist die Partei des gesellschaftlichen Zusammenhalts in Österreich. Wir stehen für soziale Gerechtigkeit und setzen uns seit 130 Jahren für einen starken Sozialstaat ein, damit alle Menschen in Österreich die gleichen Chancen auf ein würdevolles Leben haben. Deshalb kämpfen wir darum, dass die rechtspopulistische Regierung in Österreich, die die Gesellschaft spaltet statt zu einen, die wichtigsten Zukunftsfragen nicht beiseiteschieben kann, die den Menschen unter den Nägeln brennen – vom leistbaren Wohnen über die Pflegereform bis zum ÄrztInnenmangel.

Leistbares Wohnen

Die stark steigenden Wohnkosten stellen immer mehr Menschen vor immer größere finanzielle Probleme. Während die Mietpreise explodieren, stagnieren die Einkommen – Wohnen verschlingt bei vielen bereits jetzt bis zu 50 Prozent des Einkommens. Diesem Trend gilt es entgegenzuwirken und die Menschen effektiv zu entlasten. Um leistbares Wohnen für alle zu garantieren, wollen wir die Mehrwertsteuer auf Mieten abschaffen – damit würden sich alle MieterInnen eine ganze Monatsmiete ersparen. Außerdem gilt es, die Rechte von MieterInnen zu stärken, indem klare Mietobergrenzen eingeführt und das Abwälzen von Maklergebühren auf MieterInnen unterbunden werden. Langfristig ist es dabei essenziell, den sozialen Wohnbau zu stärken und Immobilienspekulationen den Kampf anzusagen, damit Wohnen nicht zum Luxusgut wird.

Dr. Pamela Rendi-Wagner ist seit 2018 Bundesparteivorsitzende und Klubobfrau der SPÖ (Foto: Astrid Knie).

Reform der Pflege

Auch bei der Pflegereform gilt es rasch anzupacken und konkrete Lösungen zu erarbeiten. Denn ob es steigende Kosten, fehlendes Pflegepersonal, Angehörige ohne ausreichende Unterstützung oder ungelöste Finanzierungsfragen sind, die Herausforderungen in der Pflege werden noch größer: Allein bis 2030 werden über 24.000 zusätzliche Pflegekräfte benötigt. Deshalb machen wir uns für eine umfassende Reform der Pflege stark, und setzen uns für Pflegeservicestellen, Rechtsanspruch auf Pflegekarenz, ordentlichen Lohn für Pflegepersonal und eine staatliche Pflegegarantie ein. Wir müssen uns um die Menschen kümmern, die Pflege brauchen und um die vielen, die Pflegearbeit leisten. Denn es ist eine zentrale Aufgabe der Gesellschaft, den Menschen Sicherheit und Unterstützung zu geben und ihnen Würde, Respekt und Anerkennung im Alter zu sichern.

Maßnahmen gegen den ÄrztInnenmangel

Schließlich ist es notwendig, unser hervorragendes Gesundheitssystem zu erhalten, es gegen Privatisierungsbestrebungen zu verteidigen und die bestmögliche medizinische Versorgung für alle Menschen in Österreich sicherzustellen. Zwar gibt es in Österreich eine hohe Ärztedichte, trotzdem haben schon jetzt 200.000 Menschen keine wohnortnahe, adäquate hausärztliche Versorgung: Gemeinden ohne Hausarzt, überfüllte Praxen und lange Wartezeiten sind vor allem in ländlichen Regionen die Folge. Da in den nächsten zehn Jahren fast die Hälfte der der rund 18.300 niedergelassenen ÄrztInnen in Pension gehen wird, drohen sich diese Zustände zu verschärfen. Deshalb ist es dringend notwendig, gegen die drohende Versorgungslücke vorzugehen, indem die Arbeitsbedingungen von ÄrztInnen verbessert, Lehrpraxen und die Primärversorgung gestärkt und die Chancen der Digitalisierung genutzt werden.

Autorin: Pamela Rendi-Wagner
Bilder: Adobe Stock |Astrid Knie

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