W ie wird sich Österreich in den nächsten Jahren entwickeln? Was sind die Strategien für eine erfolgreiche Zukunft? Diese Fragen stellten wir unserer Bundesregierung. Sie sollten die 3 wichtigsten Projekte aus ihrem Ressort beschreiben. Das sind die „Top 3“ von Mag. Beate Hartinger-Klein, Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz.

Wer in Österreich krank wird, hat es in der Regel nicht schwer, medizinische Hilfe zu finden. Es stehen zahlreiche qualitativ hochwertige ambulante und stationäre Behandlungs- und Betreuungsangebote zur Verfügung, deren Kosten meist von den Krankenversicherungen übernommen werden. Verbesserungsbedarf gibt es dennoch – gerade wenn es darum geht, dass alle Menschen unabhängig von ihrem Wohnort auf diese Gesundheitsdienstleistungen zugreifen können. „Die Gesundheit der Menschen darf nicht davon abhängen, ob man in der Stadt oder am Land lebt. Deshalb werden wir die Telemedizin flächendeckend ausbauen und sicherstellen, dass alle Österreicherinnen und Österreicher auf die besten medizinischen Leistungen zugreifen können“, betont Sozialministerin Beate Hartinger-Klein.

Die Regierung hat es sich zur Aufgabe gemacht, vorhandene nicht erforderliche Überregulierungen durch „Gold Plating“ abzuschaffen und bei der Umsetzung von Europarecht künftig darauf zu achten, diese nur im erforderlichen Ausmaß vorzunehmen. Daher werden im 2. Halbjahr 2018 die Übererfüllung von EU-Recht, das sogenannte „Gold Plating“, evaluiert und unverständliche Gesetze überarbeitet.

Dazu wurden die Ministerien sowie die betroffenen Stakeholder aufgefordert, in ihrem Zuständigkeitsbereich vorhandenes Gold-Plating bis 15. Mai 2018 an das BMVRDJ zu melden. Die bisherigen Bemühungen beziehen sich auf bereits bestehendes „Gold Plating“. Das Handeln sollte jedoch auch darauf ausgerichtet sein, in Zukunft nicht erforderliches „Gold-Plating“ zu vermeiden. Hier befindet sich ein Gesetzesentwurf in Ausarbeitung, der im zweiten Halbjahr 2018 beschlossen werden soll. Parallel dazu wird zusammen mit dem Nachhaltigkeitsministerium ein Musterprozess erarbeitet, welcher die Reduzierung von bestehendem, aber nicht erforderlichem „Gold Plating“ zum Ziel hat.

Mag. Beate Hartinger-Klein

Mag. Beate Hartinger-Klein ist seit 8. Januar 2018 Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz. (Foto: Johannes Zinner)

Ausbau der Telemedizin

Durch telemedizinische Angebote werden PatientInnen und Gesundheitsdiensteanbieter wie Krankenhäuser oder niedergelassene Ärzte mithilfe von Informations- und Kommunikationstechnologien miteinander verbunden. Regelmäßige Kontrollen wie etwa bei Herzinsuffizienz oder Diabetes können dabei von den PatientInnen von zu Hause aus durchgeführt werden. Die Messgeräte übermitteln ihre Daten sicher an die behandelnde Stelle und alarmieren die ÄrztInnen sobald vordefinierte Grenzwerte überschritten werden. Darüber hinaus wird damit auch die Einbindung weiterer SpezialistInnen bei der Behandlung erleichtert. „Die Telemedizin verringert nicht nur die Belastungen für die Patientinnen und Patienten, sie macht auch medizinische Spitzenexpertise lokal verfügbar“, so Hartinger-Klein weiter.

Verbesserte Sicherheit durch E-Medikation

Auch die Einführung der E-Medikation soll PatientInnen, ÄrztInnen und die Sozialversicherungen entlasten. Durch die elektronische Erfassung der verschriebenen Rezepte im Rahmen der medizinischen Gesundheitsakte, können Wechselwirkungen zwischen einzelnen Arzneien effektiv vorgebeugt werden. „Die E-Medikation erhöht die Sicherheit der Patientinnen und Patienten und entlastet gleichzeitig die Medizinerinnen und Mediziner durch automatisierte Kontrollen“, erläutert Hartinger-Klein die Vorteile des neuen E-Service.

Der neue Jugend-Pass

Neben der Verbesserung der technischen Voraussetzungen, soll aber auch die Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung gestärkt werden. „Unser Gesundheitssystem darf niemanden zurücklassen. Im Gegenteil, wir müssen dafür sorgen, dass es alle gleich leicht haben, sich darin zurechtzufinden und im Alltag selbständig gesundheitsbezogene Entscheidungen zu treffen“, betont Hartinger-Klein das Ziel, die Selbstbestimmung der PatientInnen im Gesundheitssystem schon in jungen Jahren zu fördern. Ein wichtiges Projekt dazu ist die Erweiterung des Mutter-Kind-Passes um den Jugend-Pass für Jugendliche bis zu 18 Jahren. „Damit fördern wir nicht nur regelmäßige ärztliche Kontrollen, wir können Jugendliche und junge Erwachsene durch diese Maßnahme auch dazu motivieren, sich mehr zu bewegen und gesünder zu ernähren. Und wir gewöhnen sie daran, Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch zu nehmen”, so die Gesundheitsministerin abschließend.

Autor: BMASGK
Bilder: Fotolia | Johannes Zinner


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