Der Verband mit 130.000 PS

Der Österreichische Pferdesportverband (OEPS) besteht aus 9 Landesorganisationen mit 48.000 aktiven Mitgliedern und zählt damit zu den 10 mitgliederstärksten Verbänden in der Österreichischen Bundes-Sportorganisation (BSO). Elisabeth Max-Theurer, Präsidentin des Österreichischen Pferdesportverbandes und Dressur-Olympiasiegerin 1980, gibt einen Einblick in diese erfolgreiche Sportart.

Tierschutz und der faire Umgang mit dem Sportpartner Pferd hat für alle Menschen im OEPS oberste Priorität. Es sind immer zwei Herzen, die im Pferdesport im Einklang schlagen müssen, um Spitzenleistungen zu erbringen. Das ist nur mit Fair-Play und unter Einhaltung der Anti-Doping-Regeln des internationalen Weltpferdesportverbandes FEI, dessen Mitglied der OEPS seit 1962 ist, möglich.

Gender ist im Pferdesport kein Fremdwort, Frauen und Männer kämpfen selbst bei Olympischen Spielen in Dressur, Springreiten und Vielseitigkeit in einer gemeinsamen Wertung um Gold, Silber und Bronze.  Auch der Parasport ist seit Jahren fix integrierter Bestandteil bei Weltreiterspielen und internationalen Championaten.

Österreichs Mini-Team mit 6 WM-Medaillen

Österreich hat hier Top-PferdesportlerInnen in vielen Sparten. Bei den 8. Weltreiterspielen in Tryon (USA) 2018 holte das 19-köpfige Team insgesamt 6 WM-Medaillen und damit Platz 10 im Medaillenspiegel unter 70 Nationen. Von der Anzahl der Medaillen her waren nur die Pferdesport-Großmächte Deutschland (mit 17 Medaillen), die USA (mit 12), die Niederlande (mit 10) und Großbritannien (mit 8) erfolgreicher. Also hier sogar Rang 5 für Österreich.

Zweimal holte der zweifache Paralympics-Champion Pepo Puch mit seinem Sailor’s Blue den Vize-Weltmeistertitel in der Paradressur, die weiteren 4 Medaillen steuerten Österreichs Weltklasse-VoltigiererInnen bei. Zusätzlich zu den 3 Silbernen und den 3 Bronzemedaillen gab es 6 Top-10-Plätze: Die Westernreiter verpassten dabei zweimal mit Platz 4 bzw. Platz 5 (einmal mit dem Team, einmal Martin Mühlstätter im Einzel) Bronze um nur 0,5 Punkte. Springreiter Max Kühner war mit seinem Chardonnay bis zur letzten von 5 Runden auf Medaillenkurs, holte am Ende mit Rang 6 die beste Platzierung eines rotweißroten Springreiters bei Weltmeisterschaften seit der Bronzemedaille von Hugo Simon 1974 in Hickstead (GBR). Historisch!

Elisabeth Max-Theurer, Präsidentin des Österreichischen Pferdesportverbandes und Dressur-Olympiasiegerin von 1980.

Aufstieg in die Springreiter-Champions League

Mit dem rot-weiß-roten Nationenpreisteam schafften Max Kühner & Co. mit dem Gruppensieg 2018 in Budapest den Aufstieg in die 1. Division – quasi die Champions League der europäischen Springreiter. Der junge Oberösterreicher Felix Koller, auch ein wichtiger Teil des Nationenpreisteams, holte bei der Nachwuchs-EM in Frankreich, als erster Österreicher überhaupt, den Vize-Europameistertitel.

Wirtschaftsfaktor Pferd: 30.000 Arbeitsplätze

Pferde sind in Österreich auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Seit den 1970er-Jahren hat sich die Population von 40.000 auf 130.000 Pferde (13.000 davon sind registrierte Turnierpferde) entwickelt. Zahlreiche Studien belegen, dass in etwa vier Pferde einen Arbeitsplatz sichern.  Das bedeutet derzeit für Österreich 25.000 bis 30.000 Beschäftigte und eine Wertschöpfung von ca. 2,5 Mrd. Euro.

OEPS Fact-Box:

  • 1.397 Vereine
  • 48.189 Mitglieder
  • 12.764 Turnierpferde (Stand 31.12.2017)
  • insgesamt ca. 130.000 Pferde in ganz Österreich

Präsidentin: Elisabeth Max-Theurer (Dressur-Olympiasiegerin 1980)
Generalsekretär: RR Dietrich Sifkovits
Sportdirektoren: Ing. Franz Kager, Manfred Rebel


Mehr Informationen auf:

Autorin: Elisabeth Max-Theurer
Bilder: Adobe Stock | ZVG

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